Technologische Einflüsse auf die elektronische Musik

Februar 7, 2012

Elektronische Musik ist ohne die Erfindung des Synthesizers nicht denkbar. Dies zeigt z. B. im Detail die Kompilation „Deutsche Elektronische Musik. Experimental German Rock and Electronic Music”. Auf die technischen Hintergründe soll hier etwas näher eingegangen werden.
Entwickelt wurde der Synthesizer von Robert Moog in den 1960er Jahren. Analoge Synthesizer wie der Moog Modular, der Minimoog und – vor allem in Deutschland – der PPG Modular eröffneten den Musikern eine breite Klangpalette. Zum Synthesizer alternative Technologien basierten auf dem Tonband. Die Chororgel (Popol Vuh) funktionierte wie ein Mellotron, bei dem die Töne von Tonbandschleifen abgespielt werden. Der Beuys-Schüler Conrad Schnitzler experimentierte mit preisgünstigen Kassettenrekordern. Er entwickelte das Konzept des Kassettenkonzerts. Dabei spielte er seine elektronischen Klänge von acht verschiedenen Kassettenspielern ab, die eine so genannte Kassettenorgel bildeten.
Die analogen Synthesizer wurden weiterentwickelt. Der Trend ging in Richtung digitaler Klangerzeugung. Die in Deutschland entwickelte Wavetable-Synthese ermöglichte eine gegenüber analogen Synthesizern erweiterte Klangvielfalt. Der PPG Wavecomputer 360 (1978) war bereits vollständig digital aufgebaut und mehrstimmig spielbar. Erfolgreich war der PPG Wave 2.2 (1982), bei dem die Oszillatoren digital und die Filter analog aufgebaut waren.
Der von Yamaha entwickelte DX7 (1983) war der erste kommerziell erfolgreiche digitale Synthesizer. Anfang der 1980er Jahre erlaubte die Sampling-Technologie die Reproduktion und Rekombination von zuvor digital aufgezeichnetem Klangmaterial. Auch der Gebrauch des Computers zur Erstellung und Speicherung von Tonsequenzen (Sequencer) war jetzt möglich. Die heute allgegenwärtige Computerisierung der Musikproduktion nahm in dieser Zeit ihren Anfang.
Analog
Der Track „La Chasse Aux Microbes“ von Michael Bundt ist auf dem Album „Just Landed Cosmic Kid“ von 1977 erschienen (Asylum Records). In den Liner Notes sind als Synthesizer der Minimoog und ein PPG Modul angegeben. Hier ist vermutlich der PPG Modular Synthesizer gemeint. Außerdem werden Synthetic Strings erwähnt.
PPG (Palm Products Germany) wurde im Jahr 1975 von Wolfgang Palm gegründet, der zunächst Moog-kompatible Modularsynthesizer baute. Später entwickelte er die Wavetable-Synthese.
Der PPG Modular wurde im Jahr 1975 hergestellt und war ein deutsches Pendant zum Moog Synthesizer. Er enthielt auch einen analogen Sequencer. Damit war es möglich, kurze, sich wiederholende Tonfolgen zu erstellen.
Das am Anfang des Tracks hörbare repetitive Motiv wird möglicherweise vom PPG Modular und dessen analogem Sequencer generiert. Der Minimoog wird live dazu gespielt. Der Halleffekt könnte von einem Tape-Echo erzeugt worden sein. Dieses Gerät enthält eine Tonbandschleife mit einem Aufnahmekopf und mehreren Tonköpfen. Der Aufnahmekopf und die nachgeschalteten Tonköpfe werden von dem Tonband zu unterschiedlichen Zeiten passiert. Dadurch entsteht die zeitliche Verzögerung.
Tonband
Der Track „Aguirre 1“ von „Popol Vuh“ ist als Filmmusik für Werner Herzogs Film „Aguirre, Der Zorn Gottes“ (1972) entstanden. Florian Fricke spielt darauf die so genannte Chororgel, ein „großes selbstgebautes Mellotron“ (John Weinzierl). Jeder einzelne Ton wurde zuvor von einem Chor eingesungen und auf eine Tonbandschleife aufgenommen. „Die Orgel hatte 4 Manuale, Streicher, Mandolinen, Chöre und undifferenzierbare Underground Sounds“ (Olaf Kübler). Für den Film arbeitete Fricke mit Herbert Prasch, einem Münchner Toningenieur, zusammen. Dieser hatte bereits an mehreren Filmen von Werner Herzog mitgearbeitet. Auf dem vorliegenden Track ist außer der Chororgel noch ein Moog Synthesizer zu hören.
Der Jazz Keyboarder Jimmy Jackson hat mit der Chororgel den Klang von vielen deutschen Bands beeinflusst. Er spielte mit Bands wie „Embryo“, „Amon Düül II“ (Tanz der Lemminge, 1971), Eddie Taylor und „Haboob“. Für das „Amon Düül II“ Album „Wolf City“ (1972) spielte er als Gastmusiker die Chororgel und das Piano. Er hat auch zu „Tangerine Dreams“ Debütalbum „Electronic Meditation“ (1970) maßgeblich beigetragen. 1971 spielte er Orgel für Klaus Doldingers Passport Formation. Auf dem Album „Stinker“ (1981) von Marius Müller-Westernhagen hört man ihn am Piano, an der Hammond-Orgel, Farfisa und Percussion. Er begleitete Westernhagen auf dessen gleichnamiger Tour.
Digital
Der Titel „No Man’s Land“ von „Tangerine Dream“ ist auf dem Album „Hyperborea“ (1983) erschienen. Er ist zu einer Zeit entstanden, als die ersten digitalen Synthesizer verfügbar waren. Ein Foto des Studios von 1982 zeigt unter anderem die Wavetable-basierten Synthesizer PPG Wave 2.0 und PPG Wave 2.2. Auch die Sampling-Technologie kam auf dem vorliegenden Track zum Einsatz. Der PPG Waveterm war einer der ersten professionellen Sampler. Johannes Schmoelling erinnert sich: „Wie Logos Live war Hyperborea von der neuen Generation digitaler Synthesizer und der Sampling-Technologie bestimmt. Wir konnten Klänge abspeichern und verwendeten viele gesampelten Drumsounds. Wir erfanden auch neue rhythmische Strukturen, indem wir eine spezielle Arpeggio-Technik nutzten.“ Edgar Froese erinnert sich: „Auf „No Man’s Land“ nutzten wir erstmalig den Waveterm Computer als digitalen Sequencer. Das Ergebnis hat uns wirklich überrascht, besonders in Bezug auf die Stimmung und die Bearbeitung.“
Ohne diese technischen Entwicklungen wäre der Sound in der elektronischen Musik nicht möglich gewesen.

Wir werden an dieser Stelle der Verbindung von Sound und technischer Entwicklung der Musikinstrumente weiter nachgehen.

Erschienen in Hörerlebnis – Das Magazin Für High Fidelity – Ausgabe 75

I am

Mai 15, 2011

I am Jack’s Raging Bile Duct.
I am Jack’s Cold Sweat.
I Am Jack’s Complete Lack of Surprise.
I Am Jack’s Smirking Revenge.
I Am Jack’s Broken Heart.

http://www.imsdb.com/scripts/Fight-Club.html

QuickDraw

Mai 3, 2011

QuickDraw is the graphics library which was used to create the user interface of the early Apple Macintosh computer. It was written by Bill Atkinson who is also known for creating MacPaint and Hypercard. Quickdraw is mainly assembler code for the Motorola 68000 Microprocessor. The MC68000 and its successors are CISC (Complex Instruction Set Computer) machines. The processor instructions are realized with microcode which runs on the processor.

Quickdraw computes the graphics primitives like lines, rectangles, ovals and circles using fast integer computations. The early 68k processors had no floating point arithmetics. The QuickDraw code contains some fairly complex algorithms as well as simple ones. To give you an idea of the nature of this code, let’s start with a simple function.

The function EmptyRect takes a rectangle and decides if the area of the rectangle is zero. If so then the rectangle is empty. The area could be computed by multiplying the width and height of the rectangle and then checking if it is zero. However, there is an easier way to decide this. The result is zero if either the width or the height is zero (or both).

The rectangle is a data structure with the given form (top,left,bottom,right), which could be read as (y0,x0,y1,x1). Usually, the following is true: top < bottom, left < right, or y0 < y1, x0 < x1.

Here is the function:

        .FUNC EmptyRect,1
;----------------------------------------------------------
;
;  FUNCTION  EmptyRect(r: Rect): BOOLEAN;
;
;  CLOBBERS D0,D1,A0,A1.
;
        MOVE.L  (SP)+,A1                        ;POP RETURN ADDR
        MOVE.L  (SP)+,A0                        ;POP ADDR OF RECT
        MOVE    (A0)+,D0                        ;GET TOP
        MOVE    (A0)+,D1                        ;GET LEFT
        CMP     (A0)+,D0                        ;IS TOP >= BOTTOM ?
        BGE.S   EMPTY                           ;YES, RETURN TRUE
        CMP     (A0)+,D1                        ;IS LEFT >= RIGHT ?
        BGE.S   EMPTY                           ;YES, RETURN TRUE
        CLR.B   (SP)                            ;NOT EMPTY, RETURN FALSE
        BRA.S   DONE                            ;AND QUIT
EMPTY   MOVE.B  #1,(SP)                         ;RETURN TRUE
DONE    JMP     (A1)                            ;RETURN

The first line says this is a function called EmptyRect which takes one parameter.

The parameters of the function are all on the stack. The stack pointer SP points to the current top of the stack. The first thing we do is we pop the paramters from the stack into the address and data registers.

First we pop the return adress, which is the adress where the code is executed after the function returns. We save the return adress in the address register A1. Next, we pop the address of the rectangle from the stack into the address register A0. This is the address where the rectangle structure in memory starts. We want to get the top,left,right,bottom values of the rectangle. We take the address of the rectangle and treat the rectangle itself like a stack. First we pop the top value in the data register D0. Data registers contain values which can be used to compute other values in the ALU of the 68000. We pop the left value in the data register D1.

We need it later. In the next line we compare the value of top and bottom. Remember, we want to know if the height a of the rectangle is zero. We decide that the rectangle is empty if TOP >= BOTTOM. If top was actually larger than bottom then the height (bottom – top) would be negative. We assume that if the height (or width) is negative (or zero), then the rectangle is empty.

If (TOP >= BOTTOM) then we jump to the the EMPTY mark. The rectangle is empty so we must return true. We set the current stack pointer SP to the value 1 (which means true). In the next instruction (DONE) we jump to the return address, which we saved in A1 in the first instruction.

If (TOP >= BOTTOM) is not true then (top < bottom) must be true, which means that the rectangle might not be empty. We do not take the jump but instead the following instruction is executed. We compare left and right.

If (LEFT >= RIGHT) then the rect must be empty and we jump to the EMPTY mark. We load 1 in the current stack pointer and jump to the return address. If left < right then we know that the rectangle is not empty (remember: top < bottom). We clear the byte at the current stack pointer. This sets the byte to 0. Then we jump to DONE. The 0 means we return false, because the rect was not empty.

As you can see this function has only 12 instructions. We only need 12 instructions to decide if a given rectangle is empty. There are 3 possible branches in the program.

EmptyRect is one of the shortest and simplest functions in the QuickDraw source code (However, there are much more complex ones). It’s an interesting example to get an impression of the guts of QuickDraw.

Von Eurodance bis Trentemoller

November 22, 2010

Mit Kooperationen ist es immer so eine Sache. Vermarktungstechnisch mag das sinnvoll erscheinen, doch welche Qualität hat das künstlerische Produkt? Moderat, das sind Apparat (Sascha Ring) und Modeselektor (Sebastian Szary und Gernot Bronsert). Sie haben sich lange Zeit gelassen. Bereits 2002 haben sie sich zusammengefunden, doch die Zusammenarbeit war anstrengend. Es hat nur für eine EP gereicht. Als die Zeit kam, an dem Album zu arbeiten, trennten sie sich plötzlich. Erst 2008 wurde die Arbeit an dem Album wieder aufgenommen, mit Erfolg. Das vorliegende Album ist auf dem Label BPitch Control erschienen, welches von Techno-Mama Ellen Allien gegründet wurde und bis heute geleitet wird.

Beim ersten Track, A New Error, rumpelt es düster im Bassbereich. Klassischer 4-to-the-floor, geradlinig, schnörkellos und druckvoll. Mit viel Punch im Keller erinnert das an Trentemoller. Rusty Nails beginnt rau, schwebend und sphärisch. Das einsetzende Synthesizer-Motiv fügt sich harmonisch ein. Der Track hat im Prinzip die klassische Songstruktur. Hinter handwerklicher Perfektion steckt reiner Pop. Der dritte Track, Seamonkey, wirkt synthetisch, amorph. An den Glitch-Sounds wurde offenbar viel gefeilt. Das klingt recht frisch und macht Spaß beim Zuhören. Gegen Ende drängt sich ein Synthesizer in den Vordergrund, klingt nach aufwändigem Software-Synth. Im vierten Track, Slow Match, wird ein afrikanischer Rap vorgetragen, begleitet von einer druckvollen Bass-Drum. Besonders im unteren Frequenzbereich ist hier viel los. 3 Minutes Of Nasty Silence beginnt  mit Ambient-Flächenklängen, dann gibt es tiefes Gerumpel und Elektro-Kläge dazu. Die verschachtelten Rhythmen klingen recht spannend. Der Track ist auf Steigerung ausgelegt, mit ultra-deepen Baselines sind wir jetzt bei Minimal angekommen. Die Steigerung und breite Fächerung erinnert hier wieder an Trentemoller.

Sick With It beginnt mit einem Elektro-Beat und einem Tribal-Rap. Hier sind wir offensichtlich wieder in den 90ern mit Eurodance a la Dr. Alban. Das kann man ziemlich daneben finden, oder einfach als Zitat abhaken. Der nächste Track beginnt mit Gitarrenklägen. Etwas einfallslos blubbern die Beats vor sich hin, dann kommt ein weichgespültes „Popzitat“ mit Gesang. Das wirkt anbiedernd. Der Vollständigkeit wegen vielleicht kommt noch ein Ausflug in den Acid-Bereich, eine TB-303 stand wohl irgendwo rum. Gitarre? Ja wieder einmal im neunten Track, Les Grandes Marches, zusammen mit einem Analogsynth. Ein achttaktiges Motiv. Baukastentechno könnte man das nennen, nur der Rhythmus ist etwas unkonventionell abgehackt. Mit den Gesangs-Samples sind die 90er wieder da. Neu sind nur die Sounds.

Mit dem zehnten Track, Berlin, ist das schlimmste überstanden. Hier gibt es Ambient-Klänge a la ORB. Den nächsten Track, Nr.22, eröffnet eine House-Orgel, Gesangs-Samples und ein druckvoller Bass. Ein klirrender Synthesizer-Sound, der aus dem Film Inception bekannt sein dürfte, stammt vermutlich von einem Access Virus. Das klingt reduziert und basslastig. Der Rhythmus mit synkopierter Snare-Drum ist etwas ungewöhnlich. Der Schluss des Tracks ist abrupt abgeschnitten, vermutlich aus vinyltechnischen Gründen. Der Schlusstrack, Out Of Sight, basiert auf einem klassischen House-Rhythmus mit einer druckvoll federnden Bass-Drum und einer getragenen Gesangslinie. Der klirrende Virus ist wieder mit dabei. Die Stimmung ist entspannt. Ein Slap-Bass gibt dem Track eine Crossover-Qualität. Der Downtempo/Chillout-Track bietet Anregung für das Kopfkino. Tatsächlich gibt es dazu ein exzellentes Video mit ungewöhnlichen Papierlandschaften.

Abschließend kann man sagen, dass man Eurodance und Trentemoller-Elektro selten auf einer Platte vereint findet, vielleicht ist das auch gut so. Vielleicht ist man am besten beraten, wenn man die zweifelhaften Tracks auf der B-Seite einfach überspringt. Ansonsten hat dieses Album durchaus seine Highlights.

Moderat
BPC 200
BPitch Control 2009

ngs-Samples und ein druckvoller Bass. Ein klirrender Synthesizer-Sound, der aus dem Film I
LangDetecten>de GoogleDicC
Beginn, Anfang, Einführung

Jenseits von House

September 20, 2010

Der Eingang zum Berghain ist nicht leicht zu finden. Es liegt in einer weitläufigen Brachlandschaft an der Grenze zwischen Kreuzberg und Friedrichshain, daher der Name. Unterwegs treffe ich auf eine Gruppe von Jugendlichen aus London, die den Weg dorthin nicht finden. Sie sind im Urlaub und bereits etwas angetrunken. Ich habe die Gegend schon bei Tageslicht erkundet, daher kann ich ihnen den Weg zeigen. Das wird wohlwollend anerkannt. Es ist nicht mehr weit.

Die Schlange vor dem Berghain ist lang. Die Londoner – genaugenommen kommen sie aus Brighton – kennen andere Jugendliche etwas weiter vorn in der Schlange. Wir mischen uns dazwischen. Vor uns stehen ein paar blonde Mädels aus Australien. Sie sehen aus als seien sie noch minderjährig. Sie haben Alkohol dabei und lassen sich fotografieren.

Der Türsteher sieht aus als würde er kleine Kinder essen. Er trägt viel Metall im Gesicht. Zwei jüngere Mädels aus unserer Gruppe werden abgewiesen. Mir als Einzelperson wird der Zutritt gewährt. Die Zutrittskriterien sind undurchsichtig.

Das Berghain ist ein ehemaliges Kraftwerk mit 18 Meter hohen Decken. Der Innenraum ist von Metall und Beton geprägt. Hier finden regelmäßig Techno-Events statt.

Dopplereffekt bieten dem Publikum eine audio-visuelle Show. Ein Beamer strahlt Motive aus der Wissenschaft an die Betonwand: Teilchenbeschleuniger, Higgs-Boson, Diagramme und Versuchsanordnungen. Die Musik dazu ist repetitiv, mit Synthesizer-Arpeggien. Das ganze ähnelt einer Lehrveranstaltung. Trotz ein paar Längen sind die Gäste begeistert.

Als Luke Vibert ein paar Tracks von Aphex Twin spielt (oder sind es seine eigenen?) wird klar: Spätestens jetzt hat sich die Anreise gelohnt. Die rasend schnellen Drum-Loops versetzen das Publikum in Ekstase. Die Musik klingt neu und unverbraucht, mit herkömmlichem Techno hat das eigentlich nichts mehr zu tun. Trotzdem lässt es sich gut dazu tanzen. Definitiv der Höhepunkt des Abends.

Nach seinem Auftritt beantwortet Luke Vibert noch ein paar Fragen aus dem Publikum. Er scheint sehr freundlich und zurückhaltend zu sein. Ich empfinde eine gewisse Ehrfurcht, was sicher auch an seiner Nähe zu Aphex Twin alias Richard D. James liegt.

Wisp gelingt es, die Spannung aufrecht zu erhalten. Die musikalische Nähe zu Aphex Twin ist auch bei ihm klar erkennbar. Rasende Breakbeats und dröhnende Bässe sind sein Erfolgsrezept. Es gibt also doch noch etwas jenseits von House und Four-to-the-floor.

Rephlex überzeugt durch talentierte und hoch motivierte Künstler mit einem unglaublichen kreativen Output. Auch wenn Richard D. James, einer der Väter des Labels,  an diesem Abend abwesend war, sein musikalisches Erbe war heute erlebbar.

Spex: Rephlex Records feiern in Zürich und Berlin, Dial-Nacht im Parallelbetrieb

Mein erstes Mal SEMF

September 5, 2010

Das Stuttgart Electronic Music Festival (SEMF) findet in diesem Jahr im Eisstadion Esslingen auf der Neckarinsel statt. Das überdachte und zu den Seiten hin offene Eisstadion bietet Schutz vor Regen. Doch das ist an diesem sonnigen Samstagnachmittag nicht von Bedeutung.

Die Anreise mit der S-Bahn ist unproblematisch. Als Besitzer eines VVS-Zeittickets kann man sich sogar die Fahrtkosten sparen. An allen Wochenenden im September kann man damit netzweit fahren. Der Weg zur Neckarinsel ist ausreichend beschildert. An der Fußgängerbrücke über den Neckar untersucht das Sicherheitspersonal den Inhalt von Taschen der Gäste. Am Eingang des Eisstadions werde ich einem Bodycheck unterzogen.

Gegen 15 Uhr ist die Tanzfläche noch relativ leer. Rework heißt die erste Musikgruppe, bestehend aus DJ, Gitarre und Gesang. Die Sängerin zeigt sich engagiert, trifft aber manchmal die Töne nicht ganz, was aber kaum auffällt. Der nächste Act, RAM, kombiniert afrikanische Stammesgesänge mit Technobeats. Moonbootica präsentiert soliden House, die Tanzfläche füllt sich schnell. Auch der VIP-Bereich ist inzwischen gut gefüllt. Eine etwa 3 mal 10 Meter große LED-Wand weist auf die Namen der Künstler hin und untermalt die Klänge mit Animationen.

Ärgerlich sind die recht hohen Getränkepreise. Vier Euro für ein Bier plus zwei Euro Pfand für den Plastikbecher machen den kommerziellen Charakter dieser Veranstaltung deutlich. Die Rote im Brötchen ist mit drei Euro zwar günstig, doch geschmacklich verbesserungswürdig.

Tiefschwarz sind wohl der bekannteste Act an diesem Abend. Nach Sonnenuntergang wird auch optisch etwas geboten. Die gelben Scanner setzen sich in Bewegung und erleuchten den künstlichen Nebel. Auf der LED-Wand ist das stilisierte Stuttgarter Pferd zu sehen.

Das Maskottchen des SEMF, Dundu, ist eine überlebensgroße Puppe aus Drahtgeflecht. Sie wird von drei Puppenspielern bewegt. Die Figur bewegt sich durch die tanzende Menge und zieht die Blicke auf sich. Dundu, erklärt mir einer der Puppenspieler, das bedeutet „Du bist du!“.

Für erschöpfte Raver stehen an den Seiten des Eisstadions Bänke bereit, von denen man die Tanzfläche gut überblicken kann. Mein Sitznachbar beschreibt das Techno-Phänomen so: „Die Techno-Generation ist die Hippiegeneration der Neuzeit“, sagt er. „Wie sieht das in 50 Jahren aus? Die Leute leben wahrscheinlich gar nicht mehr. Techno ist ursprünglich, der Herzschlag, der Energie vermittelt. Beim Techno geht es um Euphorie, um Emotionen, die Sehnsucht nach Emotionen, das Hochgefühl. Der Alltagsschrott wird zurückgelassen. Über die rhythmische Bewegung entsteht eine gewisse Befreiung.“

Weltgeschehen

August 23, 2010

Wann geht eigentlich Tom Buhrow in Rente? Die Tagesthemen sind schon eine echte Zitterpartie: Schafft es Tommy bis zum Ende ohne Aussetzer? Vielleicht sollte man ein Treffen mit Ulrich Wickert organisieren. Beim Minigolf könnte er ihm ungezwungen ein paar Tipps zum Thema Zeitmanagement im Rentenalter geben. Buch schreiben, Hecke schneiden, Flasche Rotwein öffnen, in genau der Reihenfolge. Bleibt zu hoffen, dass Caren Miosga bald aus der Babypause zurück ist.

Randerscheinung

August 22, 2010

Zu meinen Lieblingsbeschäftigungen am Montagabend gehört, die TV-Serie Fringe anzuschauen. Produziert von Lost-Erfinder, TED-Talker und Star-Wars-Fan J. J. Abrams, sind die Erwartungen entsprechend hoch und werden zum Großteil auch erfüllt. Ähnlich wie Akte X liegt Fringe jedoch am jenseitigen Rand jeglicher wissenschaftlicher Plausibilität und wird wohl eher UFO-Jünger zufrieden stellen als Nature-Abonnenten. Zentrale Figuren der Serie sind Agent Dunham vom FBI, Professor Walter Bishop vom MIT und dessen Sohn Peter Bishop. Walter Bishop spielt den zerstreuten Professor, der jedoch über einen IQ von 196 verfügt (ist das überhaupt möglich?). Seine Assistentin Astrid unterstützt ihn bei seiner wissenschaftlichen Arbeit. Bishop kann sich ihren Namen schlecht merken und nennt sie etwa in jeder zweiten Folge Asterix, was einen humoresken Höhepunkt im ansonsten eher ernst dahindümpelnden Geschehen darstellt. Auch witzig: Ein Kuh im Labor versorgt die dort Angestellten mit frischer Kuhmilch. Agent Dunham macht über lange Strecken einen ernsthaften und verbissenen Eindruck, manchmal wünscht man ihr einen längeren Aufenthalt im Isolations-Tank, zumindest die nächsten drei, vier Folgen.

Rhythm Ace FR-3 Brochure

Juli 9, 2010

Ace Tone (Ace Electronic Industries Inc) used to be a manufacturer of musical instruments, such as electronic organs, drum machines, effects pedals and synthesizers. Ace Tone was founded by Ikutaro Kakehashi in 1960. Ace Tone is considered an early version of Roland, which Kakehashi also founded. Ace Tone began its production of amplifiers, drum machines, electronic organs and synthesizers in 1963 (info from ihavesynth.com).

Rhythm Ace FR-3 is one of the first drum machines that could play preprogrammed rhythms which were created by electronics. Older machines like the Wurlitzer Sideman used mechanical devices to create the rhythms. The Rhythm Ace FR-3 could create rhythms with a diode matrix which was invented by Ikutaro Kakehashi and his team. The FR-3 was designed as a portable device. It was produced around the year 1973. It is a purely analog device. The instruments are based on LC circuits.

Rough English translation (front page):

RHYTHM ACE

Fully automated rhythm device – model FR-3

Rhythm-Ace FR-3 – the „electronic drummer“ which enables a perfect rhythmic accompaniment with completely natural reproduction.

Rhythm-Ace FR-3 – a musical novelty and an excellent aid for soloists and small orchestras. This device enables an enlarged repertoire and renders your play more effective. Your audience and not least yourself will be thrilled by this electronic rhythm device.

Rhythm-Ace FR-3 is in principle built like an electronic brain. It is programmed with 16 different rhythms. Furthermore you can create numerous new and interesting rhythmic patterns by mixing the various rhythms and percussive effects.

There is a second page with the technical details.

Analogue Dreams: 1959’s Wurlitzer Sideman Rhythm Machine (via Totally Ambush!)

Juli 5, 2010

This is an interesting history of the Wurlitzer Sideman which inspired Roland founder Ikutaro Kakehashi to create his own rhythm machines.

Analogue Dreams: 1959's Wurlitzer Sideman Rhythm Machine Here comes a rather detailed essay about the amazing Wurlitzer Sideman Rhythm Box. This purely mechanical device was one of the very first rhythm machines ever, it was manufactured between 1959 and 1964. I wrote this article about a year ago and thought it might be worth sharing. The Invention & Impact of the Wurlitzer Sideman Model 5000 Rhythm Machine I. Background 1. The Wurlitzer Company The roots of the Wurlitzer Company go back to 1659. … Read More

via Totally Ambush!