Von Eurodance bis Trentemoller

Mit Kooperationen ist es immer so eine Sache. Vermarktungstechnisch mag das sinnvoll erscheinen, doch welche Qualität hat das künstlerische Produkt? Moderat, das sind Apparat (Sascha Ring) und Modeselektor (Sebastian Szary und Gernot Bronsert). Sie haben sich lange Zeit gelassen. Bereits 2002 haben sie sich zusammengefunden, doch die Zusammenarbeit war anstrengend. Es hat nur für eine EP gereicht. Als die Zeit kam, an dem Album zu arbeiten, trennten sie sich plötzlich. Erst 2008 wurde die Arbeit an dem Album wieder aufgenommen, mit Erfolg. Das vorliegende Album ist auf dem Label BPitch Control erschienen, welches von Techno-Mama Ellen Allien gegründet wurde und bis heute geleitet wird.

Beim ersten Track, A New Error, rumpelt es düster im Bassbereich. Klassischer 4-to-the-floor, geradlinig, schnörkellos und druckvoll. Mit viel Punch im Keller erinnert das an Trentemoller. Rusty Nails beginnt rau, schwebend und sphärisch. Das einsetzende Synthesizer-Motiv fügt sich harmonisch ein. Der Track hat im Prinzip die klassische Songstruktur. Hinter handwerklicher Perfektion steckt reiner Pop. Der dritte Track, Seamonkey, wirkt synthetisch, amorph. An den Glitch-Sounds wurde offenbar viel gefeilt. Das klingt recht frisch und macht Spaß beim Zuhören. Gegen Ende drängt sich ein Synthesizer in den Vordergrund, klingt nach aufwändigem Software-Synth. Im vierten Track, Slow Match, wird ein afrikanischer Rap vorgetragen, begleitet von einer druckvollen Bass-Drum. Besonders im unteren Frequenzbereich ist hier viel los. 3 Minutes Of Nasty Silence beginnt  mit Ambient-Flächenklängen, dann gibt es tiefes Gerumpel und Elektro-Kläge dazu. Die verschachtelten Rhythmen klingen recht spannend. Der Track ist auf Steigerung ausgelegt, mit ultra-deepen Baselines sind wir jetzt bei Minimal angekommen. Die Steigerung und breite Fächerung erinnert hier wieder an Trentemoller.

Sick With It beginnt mit einem Elektro-Beat und einem Tribal-Rap. Hier sind wir offensichtlich wieder in den 90ern mit Eurodance a la Dr. Alban. Das kann man ziemlich daneben finden, oder einfach als Zitat abhaken. Der nächste Track beginnt mit Gitarrenklägen. Etwas einfallslos blubbern die Beats vor sich hin, dann kommt ein weichgespültes „Popzitat“ mit Gesang. Das wirkt anbiedernd. Der Vollständigkeit wegen vielleicht kommt noch ein Ausflug in den Acid-Bereich, eine TB-303 stand wohl irgendwo rum. Gitarre? Ja wieder einmal im neunten Track, Les Grandes Marches, zusammen mit einem Analogsynth. Ein achttaktiges Motiv. Baukastentechno könnte man das nennen, nur der Rhythmus ist etwas unkonventionell abgehackt. Mit den Gesangs-Samples sind die 90er wieder da. Neu sind nur die Sounds.

Mit dem zehnten Track, Berlin, ist das schlimmste überstanden. Hier gibt es Ambient-Klänge a la ORB. Den nächsten Track, Nr.22, eröffnet eine House-Orgel, Gesangs-Samples und ein druckvoller Bass. Ein klirrender Synthesizer-Sound, der aus dem Film Inception bekannt sein dürfte, stammt vermutlich von einem Access Virus. Das klingt reduziert und basslastig. Der Rhythmus mit synkopierter Snare-Drum ist etwas ungewöhnlich. Der Schluss des Tracks ist abrupt abgeschnitten, vermutlich aus vinyltechnischen Gründen. Der Schlusstrack, Out Of Sight, basiert auf einem klassischen House-Rhythmus mit einer druckvoll federnden Bass-Drum und einer getragenen Gesangslinie. Der klirrende Virus ist wieder mit dabei. Die Stimmung ist entspannt. Ein Slap-Bass gibt dem Track eine Crossover-Qualität. Der Downtempo/Chillout-Track bietet Anregung für das Kopfkino. Tatsächlich gibt es dazu ein exzellentes Video mit ungewöhnlichen Papierlandschaften.

Abschließend kann man sagen, dass man Eurodance und Trentemoller-Elektro selten auf einer Platte vereint findet, vielleicht ist das auch gut so. Vielleicht ist man am besten beraten, wenn man die zweifelhaften Tracks auf der B-Seite einfach überspringt. Ansonsten hat dieses Album durchaus seine Highlights.

Moderat
BPC 200
BPitch Control 2009

ngs-Samples und ein druckvoller Bass. Ein klirrender Synthesizer-Sound, der aus dem Film I
LangDetecten>de GoogleDicC
Beginn, Anfang, Einführung

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