Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Technologische Einflüsse auf die elektronische Musik

Februar 7, 2012

Elektronische Musik ist ohne die Erfindung des Synthesizers nicht denkbar. Dies zeigt z. B. im Detail die Kompilation „Deutsche Elektronische Musik. Experimental German Rock and Electronic Music”. Auf die technischen Hintergründe soll hier etwas näher eingegangen werden.
Entwickelt wurde der Synthesizer von Robert Moog in den 1960er Jahren. Analoge Synthesizer wie der Moog Modular, der Minimoog und – vor allem in Deutschland – der PPG Modular eröffneten den Musikern eine breite Klangpalette. Zum Synthesizer alternative Technologien basierten auf dem Tonband. Die Chororgel (Popol Vuh) funktionierte wie ein Mellotron, bei dem die Töne von Tonbandschleifen abgespielt werden. Der Beuys-Schüler Conrad Schnitzler experimentierte mit preisgünstigen Kassettenrekordern. Er entwickelte das Konzept des Kassettenkonzerts. Dabei spielte er seine elektronischen Klänge von acht verschiedenen Kassettenspielern ab, die eine so genannte Kassettenorgel bildeten.
Die analogen Synthesizer wurden weiterentwickelt. Der Trend ging in Richtung digitaler Klangerzeugung. Die in Deutschland entwickelte Wavetable-Synthese ermöglichte eine gegenüber analogen Synthesizern erweiterte Klangvielfalt. Der PPG Wavecomputer 360 (1978) war bereits vollständig digital aufgebaut und mehrstimmig spielbar. Erfolgreich war der PPG Wave 2.2 (1982), bei dem die Oszillatoren digital und die Filter analog aufgebaut waren.
Der von Yamaha entwickelte DX7 (1983) war der erste kommerziell erfolgreiche digitale Synthesizer. Anfang der 1980er Jahre erlaubte die Sampling-Technologie die Reproduktion und Rekombination von zuvor digital aufgezeichnetem Klangmaterial. Auch der Gebrauch des Computers zur Erstellung und Speicherung von Tonsequenzen (Sequencer) war jetzt möglich. Die heute allgegenwärtige Computerisierung der Musikproduktion nahm in dieser Zeit ihren Anfang.
Analog
Der Track „La Chasse Aux Microbes“ von Michael Bundt ist auf dem Album „Just Landed Cosmic Kid“ von 1977 erschienen (Asylum Records). In den Liner Notes sind als Synthesizer der Minimoog und ein PPG Modul angegeben. Hier ist vermutlich der PPG Modular Synthesizer gemeint. Außerdem werden Synthetic Strings erwähnt.
PPG (Palm Products Germany) wurde im Jahr 1975 von Wolfgang Palm gegründet, der zunächst Moog-kompatible Modularsynthesizer baute. Später entwickelte er die Wavetable-Synthese.
Der PPG Modular wurde im Jahr 1975 hergestellt und war ein deutsches Pendant zum Moog Synthesizer. Er enthielt auch einen analogen Sequencer. Damit war es möglich, kurze, sich wiederholende Tonfolgen zu erstellen.
Das am Anfang des Tracks hörbare repetitive Motiv wird möglicherweise vom PPG Modular und dessen analogem Sequencer generiert. Der Minimoog wird live dazu gespielt. Der Halleffekt könnte von einem Tape-Echo erzeugt worden sein. Dieses Gerät enthält eine Tonbandschleife mit einem Aufnahmekopf und mehreren Tonköpfen. Der Aufnahmekopf und die nachgeschalteten Tonköpfe werden von dem Tonband zu unterschiedlichen Zeiten passiert. Dadurch entsteht die zeitliche Verzögerung.
Tonband
Der Track „Aguirre 1“ von „Popol Vuh“ ist als Filmmusik für Werner Herzogs Film „Aguirre, Der Zorn Gottes“ (1972) entstanden. Florian Fricke spielt darauf die so genannte Chororgel, ein „großes selbstgebautes Mellotron“ (John Weinzierl). Jeder einzelne Ton wurde zuvor von einem Chor eingesungen und auf eine Tonbandschleife aufgenommen. „Die Orgel hatte 4 Manuale, Streicher, Mandolinen, Chöre und undifferenzierbare Underground Sounds“ (Olaf Kübler). Für den Film arbeitete Fricke mit Herbert Prasch, einem Münchner Toningenieur, zusammen. Dieser hatte bereits an mehreren Filmen von Werner Herzog mitgearbeitet. Auf dem vorliegenden Track ist außer der Chororgel noch ein Moog Synthesizer zu hören.
Der Jazz Keyboarder Jimmy Jackson hat mit der Chororgel den Klang von vielen deutschen Bands beeinflusst. Er spielte mit Bands wie „Embryo“, „Amon Düül II“ (Tanz der Lemminge, 1971), Eddie Taylor und „Haboob“. Für das „Amon Düül II“ Album „Wolf City“ (1972) spielte er als Gastmusiker die Chororgel und das Piano. Er hat auch zu „Tangerine Dreams“ Debütalbum „Electronic Meditation“ (1970) maßgeblich beigetragen. 1971 spielte er Orgel für Klaus Doldingers Passport Formation. Auf dem Album „Stinker“ (1981) von Marius Müller-Westernhagen hört man ihn am Piano, an der Hammond-Orgel, Farfisa und Percussion. Er begleitete Westernhagen auf dessen gleichnamiger Tour.
Digital
Der Titel „No Man’s Land“ von „Tangerine Dream“ ist auf dem Album „Hyperborea“ (1983) erschienen. Er ist zu einer Zeit entstanden, als die ersten digitalen Synthesizer verfügbar waren. Ein Foto des Studios von 1982 zeigt unter anderem die Wavetable-basierten Synthesizer PPG Wave 2.0 und PPG Wave 2.2. Auch die Sampling-Technologie kam auf dem vorliegenden Track zum Einsatz. Der PPG Waveterm war einer der ersten professionellen Sampler. Johannes Schmoelling erinnert sich: „Wie Logos Live war Hyperborea von der neuen Generation digitaler Synthesizer und der Sampling-Technologie bestimmt. Wir konnten Klänge abspeichern und verwendeten viele gesampelten Drumsounds. Wir erfanden auch neue rhythmische Strukturen, indem wir eine spezielle Arpeggio-Technik nutzten.“ Edgar Froese erinnert sich: „Auf „No Man’s Land“ nutzten wir erstmalig den Waveterm Computer als digitalen Sequencer. Das Ergebnis hat uns wirklich überrascht, besonders in Bezug auf die Stimmung und die Bearbeitung.“
Ohne diese technischen Entwicklungen wäre der Sound in der elektronischen Musik nicht möglich gewesen.

Wir werden an dieser Stelle der Verbindung von Sound und technischer Entwicklung der Musikinstrumente weiter nachgehen.

Erschienen in Hörerlebnis – Das Magazin Für High Fidelity – Ausgabe 75

I am

Mai 15, 2011

I am Jack’s Raging Bile Duct.
I am Jack’s Cold Sweat.
I Am Jack’s Complete Lack of Surprise.
I Am Jack’s Smirking Revenge.
I Am Jack’s Broken Heart.

http://www.imsdb.com/scripts/Fight-Club.html

QuickDraw

Mai 3, 2011

QuickDraw is the graphics library which was used to create the user interface of the early Apple Macintosh computer. It was written by Bill Atkinson who is also known for creating MacPaint and Hypercard. Quickdraw is mainly assembler code for the Motorola 68000 Microprocessor. The MC68000 and its successors are CISC (Complex Instruction Set Computer) machines. The processor instructions are realized with microcode which runs on the processor.

Quickdraw computes the graphics primitives like lines, rectangles, ovals and circles using fast integer computations. The early 68k processors had no floating point arithmetics. The QuickDraw code contains some fairly complex algorithms as well as simple ones. To give you an idea of the nature of this code, let’s start with a simple function.

The function EmptyRect takes a rectangle and decides if the area of the rectangle is zero. If so then the rectangle is empty. The area could be computed by multiplying the width and height of the rectangle and then checking if it is zero. However, there is an easier way to decide this. The result is zero if either the width or the height is zero (or both).

The rectangle is a data structure with the given form (top,left,bottom,right), which could be read as (y0,x0,y1,x1). Usually, the following is true: top < bottom, left < right, or y0 < y1, x0 < x1.

Here is the function:

        .FUNC EmptyRect,1
;----------------------------------------------------------
;
;  FUNCTION  EmptyRect(r: Rect): BOOLEAN;
;
;  CLOBBERS D0,D1,A0,A1.
;
        MOVE.L  (SP)+,A1                        ;POP RETURN ADDR
        MOVE.L  (SP)+,A0                        ;POP ADDR OF RECT
        MOVE    (A0)+,D0                        ;GET TOP
        MOVE    (A0)+,D1                        ;GET LEFT
        CMP     (A0)+,D0                        ;IS TOP >= BOTTOM ?
        BGE.S   EMPTY                           ;YES, RETURN TRUE
        CMP     (A0)+,D1                        ;IS LEFT >= RIGHT ?
        BGE.S   EMPTY                           ;YES, RETURN TRUE
        CLR.B   (SP)                            ;NOT EMPTY, RETURN FALSE
        BRA.S   DONE                            ;AND QUIT
EMPTY   MOVE.B  #1,(SP)                         ;RETURN TRUE
DONE    JMP     (A1)                            ;RETURN

The first line says this is a function called EmptyRect which takes one parameter.

The parameters of the function are all on the stack. The stack pointer SP points to the current top of the stack. The first thing we do is we pop the paramters from the stack into the address and data registers.

First we pop the return adress, which is the adress where the code is executed after the function returns. We save the return adress in the address register A1. Next, we pop the address of the rectangle from the stack into the address register A0. This is the address where the rectangle structure in memory starts. We want to get the top,left,right,bottom values of the rectangle. We take the address of the rectangle and treat the rectangle itself like a stack. First we pop the top value in the data register D0. Data registers contain values which can be used to compute other values in the ALU of the 68000. We pop the left value in the data register D1.

We need it later. In the next line we compare the value of top and bottom. Remember, we want to know if the height a of the rectangle is zero. We decide that the rectangle is empty if TOP >= BOTTOM. If top was actually larger than bottom then the height (bottom – top) would be negative. We assume that if the height (or width) is negative (or zero), then the rectangle is empty.

If (TOP >= BOTTOM) then we jump to the the EMPTY mark. The rectangle is empty so we must return true. We set the current stack pointer SP to the value 1 (which means true). In the next instruction (DONE) we jump to the return address, which we saved in A1 in the first instruction.

If (TOP >= BOTTOM) is not true then (top < bottom) must be true, which means that the rectangle might not be empty. We do not take the jump but instead the following instruction is executed. We compare left and right.

If (LEFT >= RIGHT) then the rect must be empty and we jump to the EMPTY mark. We load 1 in the current stack pointer and jump to the return address. If left < right then we know that the rectangle is not empty (remember: top < bottom). We clear the byte at the current stack pointer. This sets the byte to 0. Then we jump to DONE. The 0 means we return false, because the rect was not empty.

As you can see this function has only 12 instructions. We only need 12 instructions to decide if a given rectangle is empty. There are 3 possible branches in the program.

EmptyRect is one of the shortest and simplest functions in the QuickDraw source code (However, there are much more complex ones). It’s an interesting example to get an impression of the guts of QuickDraw.

Jenseits von House

September 20, 2010

Der Eingang zum Berghain ist nicht leicht zu finden. Es liegt in einer weitläufigen Brachlandschaft an der Grenze zwischen Kreuzberg und Friedrichshain, daher der Name. Unterwegs treffe ich auf eine Gruppe von Jugendlichen aus London, die den Weg dorthin nicht finden. Sie sind im Urlaub und bereits etwas angetrunken. Ich habe die Gegend schon bei Tageslicht erkundet, daher kann ich ihnen den Weg zeigen. Das wird wohlwollend anerkannt. Es ist nicht mehr weit.

Die Schlange vor dem Berghain ist lang. Die Londoner – genaugenommen kommen sie aus Brighton – kennen andere Jugendliche etwas weiter vorn in der Schlange. Wir mischen uns dazwischen. Vor uns stehen ein paar blonde Mädels aus Australien. Sie sehen aus als seien sie noch minderjährig. Sie haben Alkohol dabei und lassen sich fotografieren.

Der Türsteher sieht aus als würde er kleine Kinder essen. Er trägt viel Metall im Gesicht. Zwei jüngere Mädels aus unserer Gruppe werden abgewiesen. Mir als Einzelperson wird der Zutritt gewährt. Die Zutrittskriterien sind undurchsichtig.

Das Berghain ist ein ehemaliges Kraftwerk mit 18 Meter hohen Decken. Der Innenraum ist von Metall und Beton geprägt. Hier finden regelmäßig Techno-Events statt.

Dopplereffekt bieten dem Publikum eine audio-visuelle Show. Ein Beamer strahlt Motive aus der Wissenschaft an die Betonwand: Teilchenbeschleuniger, Higgs-Boson, Diagramme und Versuchsanordnungen. Die Musik dazu ist repetitiv, mit Synthesizer-Arpeggien. Das ganze ähnelt einer Lehrveranstaltung. Trotz ein paar Längen sind die Gäste begeistert.

Als Luke Vibert ein paar Tracks von Aphex Twin spielt (oder sind es seine eigenen?) wird klar: Spätestens jetzt hat sich die Anreise gelohnt. Die rasend schnellen Drum-Loops versetzen das Publikum in Ekstase. Die Musik klingt neu und unverbraucht, mit herkömmlichem Techno hat das eigentlich nichts mehr zu tun. Trotzdem lässt es sich gut dazu tanzen. Definitiv der Höhepunkt des Abends.

Nach seinem Auftritt beantwortet Luke Vibert noch ein paar Fragen aus dem Publikum. Er scheint sehr freundlich und zurückhaltend zu sein. Ich empfinde eine gewisse Ehrfurcht, was sicher auch an seiner Nähe zu Aphex Twin alias Richard D. James liegt.

Wisp gelingt es, die Spannung aufrecht zu erhalten. Die musikalische Nähe zu Aphex Twin ist auch bei ihm klar erkennbar. Rasende Breakbeats und dröhnende Bässe sind sein Erfolgsrezept. Es gibt also doch noch etwas jenseits von House und Four-to-the-floor.

Rephlex überzeugt durch talentierte und hoch motivierte Künstler mit einem unglaublichen kreativen Output. Auch wenn Richard D. James, einer der Väter des Labels,  an diesem Abend abwesend war, sein musikalisches Erbe war heute erlebbar.

Spex: Rephlex Records feiern in Zürich und Berlin, Dial-Nacht im Parallelbetrieb

Mein erstes Mal SEMF

September 5, 2010

Das Stuttgart Electronic Music Festival (SEMF) findet in diesem Jahr im Eisstadion Esslingen auf der Neckarinsel statt. Das überdachte und zu den Seiten hin offene Eisstadion bietet Schutz vor Regen. Doch das ist an diesem sonnigen Samstagnachmittag nicht von Bedeutung.

Die Anreise mit der S-Bahn ist unproblematisch. Als Besitzer eines VVS-Zeittickets kann man sich sogar die Fahrtkosten sparen. An allen Wochenenden im September kann man damit netzweit fahren. Der Weg zur Neckarinsel ist ausreichend beschildert. An der Fußgängerbrücke über den Neckar untersucht das Sicherheitspersonal den Inhalt von Taschen der Gäste. Am Eingang des Eisstadions werde ich einem Bodycheck unterzogen.

Gegen 15 Uhr ist die Tanzfläche noch relativ leer. Rework heißt die erste Musikgruppe, bestehend aus DJ, Gitarre und Gesang. Die Sängerin zeigt sich engagiert, trifft aber manchmal die Töne nicht ganz, was aber kaum auffällt. Der nächste Act, RAM, kombiniert afrikanische Stammesgesänge mit Technobeats. Moonbootica präsentiert soliden House, die Tanzfläche füllt sich schnell. Auch der VIP-Bereich ist inzwischen gut gefüllt. Eine etwa 3 mal 10 Meter große LED-Wand weist auf die Namen der Künstler hin und untermalt die Klänge mit Animationen.

Ärgerlich sind die recht hohen Getränkepreise. Vier Euro für ein Bier plus zwei Euro Pfand für den Plastikbecher machen den kommerziellen Charakter dieser Veranstaltung deutlich. Die Rote im Brötchen ist mit drei Euro zwar günstig, doch geschmacklich verbesserungswürdig.

Tiefschwarz sind wohl der bekannteste Act an diesem Abend. Nach Sonnenuntergang wird auch optisch etwas geboten. Die gelben Scanner setzen sich in Bewegung und erleuchten den künstlichen Nebel. Auf der LED-Wand ist das stilisierte Stuttgarter Pferd zu sehen.

Das Maskottchen des SEMF, Dundu, ist eine überlebensgroße Puppe aus Drahtgeflecht. Sie wird von drei Puppenspielern bewegt. Die Figur bewegt sich durch die tanzende Menge und zieht die Blicke auf sich. Dundu, erklärt mir einer der Puppenspieler, das bedeutet „Du bist du!“.

Für erschöpfte Raver stehen an den Seiten des Eisstadions Bänke bereit, von denen man die Tanzfläche gut überblicken kann. Mein Sitznachbar beschreibt das Techno-Phänomen so: „Die Techno-Generation ist die Hippiegeneration der Neuzeit“, sagt er. „Wie sieht das in 50 Jahren aus? Die Leute leben wahrscheinlich gar nicht mehr. Techno ist ursprünglich, der Herzschlag, der Energie vermittelt. Beim Techno geht es um Euphorie, um Emotionen, die Sehnsucht nach Emotionen, das Hochgefühl. Der Alltagsschrott wird zurückgelassen. Über die rhythmische Bewegung entsteht eine gewisse Befreiung.“

Weltgeschehen

August 23, 2010

Wann geht eigentlich Tom Buhrow in Rente? Die Tagesthemen sind schon eine echte Zitterpartie: Schafft es Tommy bis zum Ende ohne Aussetzer? Vielleicht sollte man ein Treffen mit Ulrich Wickert organisieren. Beim Minigolf könnte er ihm ungezwungen ein paar Tipps zum Thema Zeitmanagement im Rentenalter geben. Buch schreiben, Hecke schneiden, Flasche Rotwein öffnen, in genau der Reihenfolge. Bleibt zu hoffen, dass Caren Miosga bald aus der Babypause zurück ist.

Randerscheinung

August 22, 2010

Zu meinen Lieblingsbeschäftigungen am Montagabend gehört, die TV-Serie Fringe anzuschauen. Produziert von Lost-Erfinder, TED-Talker und Star-Wars-Fan J. J. Abrams, sind die Erwartungen entsprechend hoch und werden zum Großteil auch erfüllt. Ähnlich wie Akte X liegt Fringe jedoch am jenseitigen Rand jeglicher wissenschaftlicher Plausibilität und wird wohl eher UFO-Jünger zufrieden stellen als Nature-Abonnenten. Zentrale Figuren der Serie sind Agent Dunham vom FBI, Professor Walter Bishop vom MIT und dessen Sohn Peter Bishop. Walter Bishop spielt den zerstreuten Professor, der jedoch über einen IQ von 196 verfügt (ist das überhaupt möglich?). Seine Assistentin Astrid unterstützt ihn bei seiner wissenschaftlichen Arbeit. Bishop kann sich ihren Namen schlecht merken und nennt sie etwa in jeder zweiten Folge Asterix, was einen humoresken Höhepunkt im ansonsten eher ernst dahindümpelnden Geschehen darstellt. Auch witzig: Ein Kuh im Labor versorgt die dort Angestellten mit frischer Kuhmilch. Agent Dunham macht über lange Strecken einen ernsthaften und verbissenen Eindruck, manchmal wünscht man ihr einen längeren Aufenthalt im Isolations-Tank, zumindest die nächsten drei, vier Folgen.

Snowboard Ausfahrt Galtür

Februar 22, 2010

Um sechs Uhr morgens ist Abfahrt. Geschätzte Fahrzeit nach Galtür: Etwa fünf Stunden. Der Veranstalter „Cruise `n` Ride“ spricht von einem „Legendären Nachtskilauf“. Die Piste ist beleuchtet, das verlängert die mögliche Fahrzeit um einige Stunden. Ich habe mir oben in dem doppelstöckigen Reisebus einen Platz gesucht. Mein Platznachbar verschlingt sein Frühstück (Cheeseburger von McDonalds). Ich versuche den intensiven Geruch zu ignorieren. Ich habe bereits zuhause gefrühstückt. Auf der Fahrt werden sogenannte Goodies verteilt, gesponsorte Markenprodukte, dazu frische Brötchen.

Die Fahrt ist lang und anstrengend. Die Mitreisenden sind alle etwa gefühlte zehn Jahre jünger als ich. An der Grenze zu Österreich geraten wird in einen Stau. Der Himmel ist wolkenlos blau. Als wir ankommen ist es etwa zwölf Uhr mittags.

Nach der Ankunft wird das Gepäck ausgeladen. Ich versuche, meine Taschen wiederzufinden. Dann ziehe ich mich vor dem Bus meine Skikleidung an. Die Skipässe werden verteilt, dann kann es losgehen. Ich stelle mich am Lift an und versuche, mir den Pistenplan einzuprägen. Das Skigebiet ist recht übersichtlich.

Die Schneebedingungen sind heute fast optimal. Der Himmel ist immer noch wolkenlos, der Schnee ist zu großen Teilen pulverig. Die Orientierung fällt zunächst noch schwer, das ändert sich jedoch im Laufe des Tages. Aufgrund der langen Busfahrt bin ich immer noch etwas erschöpft, was den Genuss etwas trübt. Das Gebirgspanorama ist jedoch einmalig.

Mit der Ballunspitzbahn kommt man dem Gipfel recht nahe. Auf einem langen Ziehweg erreiche ich die andere Seite des Berges. Der Schwung reicht jedoch nicht ganz aus auf dem Snowboard, daher muss ich eine kurze Strecke laufen. Die Bergrückseite liegt im Schatten, hier ist kaum etwas los, daher wechsle ich bald wieder auf die andere Seite.

Der Veranstalter hat einen eigenen DJ auf das Programm gesetzt. Die Hütte nennt sich Adis Abeba(r), das Musikprogramm besteht aus elektronischen Beats, die den gesamten unteren Pistenabschnitt beschallen. Ich mache einen kurzen Abstecher in die überfüllte Bar, doch ich weiß nicht, wie ich an das vom Veranstalter versprochene Freigetränk komme. Die anderen Gäste sehen aus, als würden sie schon seit Jahren hier herkommen. Coole Bars sind eh nicht so meine Welt, daher verdrück ich mich bald wieder auf die Piste.

Bei Nacht ist die Piste von gelben Flutlichtern beleuchtet.

Während der Rückfahrt wird der gesamte Bus von lauter Elektro-Musik beschallt. Das nervt total und wird auch nach mehrmaligen Anfragen nicht abgestellt. Die Beschallung scheint vom Veranstalter fest eingeplant zu sein, und trübt den ansonsten unproblematisch verlaufenen Tag. Lediglich etwas mehr Ansprache, Erklärungen, Moderation von Seiten der Betreuer hätte ich mir gewünscht.

Das Winzige Wesen

Februar 8, 2010

Nichts treibt sie zur Eile an,
nichts zwingt sie, den Rhythmus einzuhalten,
doch sie tut es.

Weit vorn gerät der Strom ins Stocken,
irgend etwas behindert seinen Fluss,
ein Umweg oder ein anderes Tempo,
weil irgend etwas den Weg versperrt.

Nichts treibt sie zur Eile an,
nichts zwingt sie, den Rhythmus einzuhalten,
doch sie tut es.
Ist etwa dieses winzige Wesen an der Verzögerung schuld?

*

Fest entschlossen, sich dem Strom wieder anzuschließen,
aufzuholen das Tempo,
den allgemeinen Schwung wiederzufinden.

Ein Impuls drängt sie plötzlich, sich anzupassen.
Sehr gewissenhaft, mit wohlbemessenem Druck, schön im Takt,
ohne die Hektik rings um sie her zu beachten.
Die Langsamkeit verleiht ihnen einen ungewohnten Reiz.

Sie genießt diese Verlangsamung,
macht sie sich zu eigen.
Mit sanftem Wiegen des Körpers,
ohne die Hektik rings um sie her zu beachten.
Die Langsamkeit verleiht ihnen einen ungewohnten Reiz.

*

Nichts treibt sie zur Eile an,
nichts zwingt sie, den Rhythmus einzuhalten,
doch sie tut es.

Weit vorn gerät der Strom ins Stocken,
irgend etwas behindert seinen Fluss,
ein Umweg oder ein anderes Tempo,
weil irgend etwas den Weg versperrt.

Nichts treibt sie zur Eile an,
nichts zwingt sie, den Rhythmus einzuhalten,
doch sie tut es.
Ist etwa dieses winzige Wesen an der Verzögerung schuld?

*

Granufunk – Das Winzige Wesen

Nachbarn

Oktober 25, 2009

Bei meinen Nachbarn sind jetzt häufiger Kinder zu Besuch. Früher hatten meine Nachbarn zwei Kampfhunde, doch Kinder und Kampfhunde geht wohl nicht so gut zusammen. Die Kinder sind nicht halb so laut wie die Kampfhunde. Ich hab ja eher Angst vor Hunden. Wenn die dann loskläffen zucke ich immer zusammen.

Nachts, wenn ich schlafen will, läuft immer irgendwo der Fernseher. Nicht besonders laut, aber doch störend. Ich kann nicht sagen ob das Fernsehergeräusch von oben oder von unten kommt. Das habe ich schon oft versucht herauszufinden. Ich habe in verschiedenen Zimmern gestanden, gelauscht und eine Ortung versucht. Vergeblich. Auch lautes und penetrantes Hämmern mit einem Besenstiel (nach oben und unten) hat nicht geholfen. Zurück bleibt ein Gefühl der Hilflosigkeit, des Ausgeliefertseins an die Willkür meiner Mitmenschen.

Die Kehrwoche ist auch so ein Thema. Meine Nachbarin hat mir ein Schild gemalt mit den von mir auszuführenden Aufgaben, die hauptsächlich darin bestehen, im zweiwöchigen Rhythmus die Treppe nass zu wischen. Das Schild war mit den Worten „Die Hausgemeinschaft“ unterschrieben. Die Hausgemeinschaft habe ich aber immer ignoriert, bis ich eines Tages einen Brief von der Hausverwaltung bekam, der an alle Hausbewohner gerichtet war. Darin wurde die mangelnde Treppenhaushygiene bemängelt. Meinen drohenden Rausschmiss vor Augen wischte ich in Panik die Treppe abwärts bis zum nächsten Absatz. Ich muss wohl besonders nass gewischt haben, denn meine Nachbarin beschwerte sich daraufhin bei mir. Sie sprach von sogenannten Wasserflecken. Kurz darauf stellte ich meine Ambitionen bezüglich des Treppenhauses ein.