Archive for Februar 2010

Snowboard Ausfahrt Galtür

Februar 22, 2010

Um sechs Uhr morgens ist Abfahrt. Geschätzte Fahrzeit nach Galtür: Etwa fünf Stunden. Der Veranstalter „Cruise `n` Ride“ spricht von einem „Legendären Nachtskilauf“. Die Piste ist beleuchtet, das verlängert die mögliche Fahrzeit um einige Stunden. Ich habe mir oben in dem doppelstöckigen Reisebus einen Platz gesucht. Mein Platznachbar verschlingt sein Frühstück (Cheeseburger von McDonalds). Ich versuche den intensiven Geruch zu ignorieren. Ich habe bereits zuhause gefrühstückt. Auf der Fahrt werden sogenannte Goodies verteilt, gesponsorte Markenprodukte, dazu frische Brötchen.

Die Fahrt ist lang und anstrengend. Die Mitreisenden sind alle etwa gefühlte zehn Jahre jünger als ich. An der Grenze zu Österreich geraten wird in einen Stau. Der Himmel ist wolkenlos blau. Als wir ankommen ist es etwa zwölf Uhr mittags.

Nach der Ankunft wird das Gepäck ausgeladen. Ich versuche, meine Taschen wiederzufinden. Dann ziehe ich mich vor dem Bus meine Skikleidung an. Die Skipässe werden verteilt, dann kann es losgehen. Ich stelle mich am Lift an und versuche, mir den Pistenplan einzuprägen. Das Skigebiet ist recht übersichtlich.

Die Schneebedingungen sind heute fast optimal. Der Himmel ist immer noch wolkenlos, der Schnee ist zu großen Teilen pulverig. Die Orientierung fällt zunächst noch schwer, das ändert sich jedoch im Laufe des Tages. Aufgrund der langen Busfahrt bin ich immer noch etwas erschöpft, was den Genuss etwas trübt. Das Gebirgspanorama ist jedoch einmalig.

Mit der Ballunspitzbahn kommt man dem Gipfel recht nahe. Auf einem langen Ziehweg erreiche ich die andere Seite des Berges. Der Schwung reicht jedoch nicht ganz aus auf dem Snowboard, daher muss ich eine kurze Strecke laufen. Die Bergrückseite liegt im Schatten, hier ist kaum etwas los, daher wechsle ich bald wieder auf die andere Seite.

Der Veranstalter hat einen eigenen DJ auf das Programm gesetzt. Die Hütte nennt sich Adis Abeba(r), das Musikprogramm besteht aus elektronischen Beats, die den gesamten unteren Pistenabschnitt beschallen. Ich mache einen kurzen Abstecher in die überfüllte Bar, doch ich weiß nicht, wie ich an das vom Veranstalter versprochene Freigetränk komme. Die anderen Gäste sehen aus, als würden sie schon seit Jahren hier herkommen. Coole Bars sind eh nicht so meine Welt, daher verdrück ich mich bald wieder auf die Piste.

Bei Nacht ist die Piste von gelben Flutlichtern beleuchtet.

Während der Rückfahrt wird der gesamte Bus von lauter Elektro-Musik beschallt. Das nervt total und wird auch nach mehrmaligen Anfragen nicht abgestellt. Die Beschallung scheint vom Veranstalter fest eingeplant zu sein, und trübt den ansonsten unproblematisch verlaufenen Tag. Lediglich etwas mehr Ansprache, Erklärungen, Moderation von Seiten der Betreuer hätte ich mir gewünscht.

Endgültige Musik

Februar 20, 2010

Music From Passing Cars ist ein Album des Neuseeländers Bevan Smith, besser bekannt unter dem Pseudonym Aspen. Der Titel erinnert an Brian Enos Music for Airports, welches untrennbar mit dem Begriff Ambient verbunden ist. Smiths Album geht ebenfalls in diese Richtung, allerdings hat sich das Klangarsenal gegenüber Eno deutlich verjüngt. Minimalistische Klangstrukturen harmonieren mit pulsierenden Beats, ein E-Piano Motiv wird variiert und mit unterschiedlichen Instrumentierungen versehen. Der allgemeine Charakter der einzelnen Tracks ist entspannt und beruhigend, dazu aber so individuell, dass man die Tracks schnell wiedererkennt. Manche Tracks sind von gespenstischer Schönheit (Car Hierarchy), was sicher kein Zufall ist, sondern für Smiths Fähigkeiten spricht. Hoher Suchtfaktor. Das ist das Album für die Insel.

Aspen
Music From Passing Cars
Involve (2001)

http://www.lastfm.de/music/Aspen/Music+From+Passing+Cars
Anspieltipp: 13: Car Hierarchy

Das Winzige Wesen

Februar 8, 2010

Nichts treibt sie zur Eile an,
nichts zwingt sie, den Rhythmus einzuhalten,
doch sie tut es.

Weit vorn gerät der Strom ins Stocken,
irgend etwas behindert seinen Fluss,
ein Umweg oder ein anderes Tempo,
weil irgend etwas den Weg versperrt.

Nichts treibt sie zur Eile an,
nichts zwingt sie, den Rhythmus einzuhalten,
doch sie tut es.
Ist etwa dieses winzige Wesen an der Verzögerung schuld?

*

Fest entschlossen, sich dem Strom wieder anzuschließen,
aufzuholen das Tempo,
den allgemeinen Schwung wiederzufinden.

Ein Impuls drängt sie plötzlich, sich anzupassen.
Sehr gewissenhaft, mit wohlbemessenem Druck, schön im Takt,
ohne die Hektik rings um sie her zu beachten.
Die Langsamkeit verleiht ihnen einen ungewohnten Reiz.

Sie genießt diese Verlangsamung,
macht sie sich zu eigen.
Mit sanftem Wiegen des Körpers,
ohne die Hektik rings um sie her zu beachten.
Die Langsamkeit verleiht ihnen einen ungewohnten Reiz.

*

Nichts treibt sie zur Eile an,
nichts zwingt sie, den Rhythmus einzuhalten,
doch sie tut es.

Weit vorn gerät der Strom ins Stocken,
irgend etwas behindert seinen Fluss,
ein Umweg oder ein anderes Tempo,
weil irgend etwas den Weg versperrt.

Nichts treibt sie zur Eile an,
nichts zwingt sie, den Rhythmus einzuhalten,
doch sie tut es.
Ist etwa dieses winzige Wesen an der Verzögerung schuld?

*

Granufunk – Das Winzige Wesen