Snowboard Ausfahrt Galtür

Um sechs Uhr morgens ist Abfahrt. Geschätzte Fahrzeit nach Galtür: Etwa fünf Stunden. Der Veranstalter „Cruise `n` Ride“ spricht von einem „Legendären Nachtskilauf“. Die Piste ist beleuchtet, das verlängert die mögliche Fahrzeit um einige Stunden. Ich habe mir oben in dem doppelstöckigen Reisebus einen Platz gesucht. Mein Platznachbar verschlingt sein Frühstück (Cheeseburger von McDonalds). Ich versuche den intensiven Geruch zu ignorieren. Ich habe bereits zuhause gefrühstückt. Auf der Fahrt werden sogenannte Goodies verteilt, gesponsorte Markenprodukte, dazu frische Brötchen.

Die Fahrt ist lang und anstrengend. Die Mitreisenden sind alle etwa gefühlte zehn Jahre jünger als ich. An der Grenze zu Österreich geraten wird in einen Stau. Der Himmel ist wolkenlos blau. Als wir ankommen ist es etwa zwölf Uhr mittags.

Nach der Ankunft wird das Gepäck ausgeladen. Ich versuche, meine Taschen wiederzufinden. Dann ziehe ich mich vor dem Bus meine Skikleidung an. Die Skipässe werden verteilt, dann kann es losgehen. Ich stelle mich am Lift an und versuche, mir den Pistenplan einzuprägen. Das Skigebiet ist recht übersichtlich.

Die Schneebedingungen sind heute fast optimal. Der Himmel ist immer noch wolkenlos, der Schnee ist zu großen Teilen pulverig. Die Orientierung fällt zunächst noch schwer, das ändert sich jedoch im Laufe des Tages. Aufgrund der langen Busfahrt bin ich immer noch etwas erschöpft, was den Genuss etwas trübt. Das Gebirgspanorama ist jedoch einmalig.

Mit der Ballunspitzbahn kommt man dem Gipfel recht nahe. Auf einem langen Ziehweg erreiche ich die andere Seite des Berges. Der Schwung reicht jedoch nicht ganz aus auf dem Snowboard, daher muss ich eine kurze Strecke laufen. Die Bergrückseite liegt im Schatten, hier ist kaum etwas los, daher wechsle ich bald wieder auf die andere Seite.

Der Veranstalter hat einen eigenen DJ auf das Programm gesetzt. Die Hütte nennt sich Adis Abeba(r), das Musikprogramm besteht aus elektronischen Beats, die den gesamten unteren Pistenabschnitt beschallen. Ich mache einen kurzen Abstecher in die überfüllte Bar, doch ich weiß nicht, wie ich an das vom Veranstalter versprochene Freigetränk komme. Die anderen Gäste sehen aus, als würden sie schon seit Jahren hier herkommen. Coole Bars sind eh nicht so meine Welt, daher verdrück ich mich bald wieder auf die Piste.

Bei Nacht ist die Piste von gelben Flutlichtern beleuchtet.

Während der Rückfahrt wird der gesamte Bus von lauter Elektro-Musik beschallt. Das nervt total und wird auch nach mehrmaligen Anfragen nicht abgestellt. Die Beschallung scheint vom Veranstalter fest eingeplant zu sein, und trübt den ansonsten unproblematisch verlaufenen Tag. Lediglich etwas mehr Ansprache, Erklärungen, Moderation von Seiten der Betreuer hätte ich mir gewünscht.

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