Ani on Tour

Endlich ist es wieder soweit: Ani Difranco kommt auf eine Tour nach Europa. Leider nicht in meine Heimatstadt Stuttgart, aber immerhin nach Freiburg und Frankfurt. Frankfurt ist für mich einfacher zu erreichen. Den Veranstaltungsort – Batschkapp – muss ich erstmal googeln. Batschkapp ist zum einen die hessische Bezeichnung für die Schiebermütze und zum anderen ein angesagter Rock-Schuppen, in dem schon Künstler wie Nirvana, Lenny Kravitz, Die Toten Hosen, R.E.M aufgetreten sind. Joschka Fischer war angeblich auch öfters da und Sabrina Setlur hat dort einen Videoclip gedreht. Der Club wurde bereits 1976 gegründet, um eine „autonome und linke Gegenkultur“ zu etablieren. Hier müsste sich Mrs. Difranco eigentlich wohlfühlen. Eschersheim ist mit der Straßenbahn gut zu erreichen (Umsteigen am Willy-Brandt-Platz).

Der Club ist gut gefült. Das Publikum besteht aus der bekannten Mischung aus vereinzelten Feministen und Lesben, ist ansonsten jedoch relativ unauffällig. Drei Mädels sind aus Lüneburg angereist und übernachten in Frankfurt. Ich werde nach dem Konzert wieder abreisen.

Als Vorgruppe treten zwei Künstler auf die auch bei Ani’s Label Righteous Babe Records unter Vertrag stehen: Anais Mitchell und Hamell on Trial. Den Anfang macht Anais Mitchell mit einfühlsamen Songs, begleitet von ihrer akustischen Gitarre. Hamell on Trial macht erstmal einen ohrenbetäubenden Lärm mit seiner Stahlsaiten-Gitarre. Er erzählt von seinem sechsjährigen Sohn, der ihn fragt ob er jemals Drogen genommen hat. Die Antwort ist wenig überraschend: Lügen, lügen, lügen. So heißt auch der Song glaube ich. Nach diesem Auftritt klingeln mir die Ohren und es gibt erstmal eine halbstündige Pause, in der noch einmal umgebaut wird und die Gitarren gestimmt werden (Es sind, glaube ich, nur drei oder vier). Zeit genug um einmal ein hessisches Bier zu probieren: Ein Binding Pils. Hier gibt es nichts zu meckern.

Schließlich kommt der mit Spannung erwartete Auftritt von Ani Difranco. Besetzung: Gesang und Gitarre (Ani), Schlagzeug, Akustik-Bass und Vibraphon. Der Sound ist gut abgemischt und kommt druckvoll rüber. Ani scheint sogar noch gelöster und fröhlicher als sonst. Sie erzählt was sie an Deutschland mag: Das Brot, die Betten, die Suppe. Am Tag zuvor war sie in Freiburg und war sehr angetan von der Stadt. Das Wetter war heute wunderschön. Ein schöner Abend folgt auf einen schönen Tag. Dies ist offenbar das Motto des Abends. Sie erzählt von dem wunderschönen, in der Nähe gelegenen Friedhof, den sie am Nachmittag besucht hatte. Von der Geburt ihrer Tochter, über die sie auch ein Lied geschrieben hat (übrigens eine Hausgeburt). Sie gibt eine neue Version von Everest zum Besten, diesmal rhythmisch zum Mitklatschen.

Das Konzert ist leider viel zu schnell vorbei (knapp zwei Stunden). Trotzdem hat sich die Reise gelohnt. Um Mitternacht fährt der Tourbus weiter nach Paris (600 km), das steht auf dem Tagesplan, der übrigens auch die Auftrittszeiten der einzelnen Künstler auf die Minute genau festlegt. Ich kaufe noch ein knallrotes Fan-T-Shirt mit den Städten der Europatournee und die neue CD Red Letter Year.

Setlist (aus dem Gedächtnis, ohne Reihenfolge):

Shy
78% H2O
Everest
Sunday Morning
Welcome to
Nicotine
Names and Dates and Times
Shameless
Every State Line
Lag Time
Anticipate
You had time
Present/Infant
Way Tight
Napoleon

Update: Am 27.10.2008 ist Ani Difranco in Amsterdam aufgetreten. Dieses Konzert wurde live im Internet übertragen und kann in voller Länge hier angeschaut werden: http://www.fabchannel.com/ani_difranco_concert/2008-10-27/

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